Von Sibiu nach Sighetu Marmatiei

Mit der Bummelbahn durch Rumänien und ein paar Tage in Sighetu Marmatiei

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Nach unseren ersten drei zeitweise etwas regnerischen Tagen in Sibiu, in denen wir erstmal ankamen, Musik machten und uns in Rumänien einlebten, ging es am Donnerstagabend nach Sighetu Marmatiei. 16 Stunden Zugfahrt standen uns bevor – von Sibiu über Brasov und Beclean nach Sighet. Die Zugfahrt war wild und lang. Eins der schönsten Erlebnisse hatten wir am Bahnhof von Beclean: 7 Uhr morgens, die Berge waren noch in Nebelschwaden gehüllt. Wir warteten auf den Zug, versuchten uns aufzuwärmen, als ein Mann auf uns zukam und das Akkordeon sah. Als er zu spielen begann, füllte sich die morgendliche Luft mit Akkordeonklängen und seiner melancholischen Stimme. Mit geschlossenen Augen, versunken in sein Spiel, verzauberte er uns und die Umstehenden, bis der Zug einfuhr.

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Von Sibiu nach Brasov
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Beclean
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Mehr oder weniger bequem…

Der letzte Zug, der uns von Beclean nach Sighet brachte, tuckerte 7 Stunden durch das Land – mit Türen, die man während der Fahrt öffnen konnte, einer mehr als abenteuerlichen Toilette und 2 Stunden in denen wir einfach in der Pampa standen und auf eine neue Lok warteten. Da wir die letzten 4 Stunden alleine im Wagon waren, nahmen wir uns alle ein Abteil, schliefen, machten Musik oder schauten uns einfach die Karpaten und die wunderschöne Landschaft an.

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Die Karpaten

Müde, aber voller neuer Eindrücke und zwei neuen Liedern kamen wir am Freitagnachmittag in Sighetu Marmatiei an. Dort fanden wir ein Hostel, mit riesigem Garten, vielen kleinen Katzen und einer wundervollen Gastgeberin. Diese fragte gleich: „Seid ihr wegen des Festivals hier?“ Von dem Festival hatten wir noch nichts gehört, aber als sie sagte es sei ein Folklore Festival, das in 36 kleinen Dörfern rund um Sighet stattfinden würde, wurden wir hellhörig – genau das was wir suchten!

Aber zuerst schliefen wir eine Runde und wurden dann direkt für einen Auftritt in der Coffee Factory hier in der Stadt angefragt. Also machten wir uns fertig und spielten Freitagabend wieder einen spontanen Gig. Im Laufe des Abends lernten wir gefühlt die halbe Stadt kennen, knüpften Freundschaften und konnten gar nicht so recht fassen, wie uns so viel Gutes passieren konnte.

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Das kleine Paradies in Sighetu Marmatiei
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Sonnige Nachmittage

Den nächsten Tag verbrachten wir bei Cyril, einem französischen Künstler, und seiner Frau. Danach fuhren wir zu einem Salzsee, bis wir abends wieder in der Coffee Factory spielten. Unter lautem Jubel, mit tanzendem Publikum und mit noch mehr neuen Freunden beendeten wir den Abend.

Wir entschieden uns den nächsten Tag weiter zu ziehen – jetzt endlich in ein paar kleine Dörfer: nach Breb, Hoteni und die umliegende Gegend. Dort hoffen wir die traditionelle Musik zu erleben. Außerdem möchten wir einige Teile der Folklore Festivals mitnehmen: vielleicht ein Workshop in traditioneller Musik? Vielleicht ein Konzert? Oder etwas ganz anderes?! Wir sind gespannt was die nächste Woche so bringt. Aber jetzt geht es erstmal auf nach Breb – und dann gibt es in ein paar Tagen wieder Neues von uns!

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1 Gedanke zu „Von Sibiu nach Sighetu Marmatiei“

  1. Ihr seid losgezogen, eure musikalischen Wurzeln zu entdecken und habt jetzt schon so viel mehr gefunden: Menschen, Begegnungen und glückliche Ereignisse, die so wundervoll klingen, das ich euch jeden Tag 100 weitere davon wünsche!

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